Künstler

Ernst Ludwig Kirchner

Titel

Zirkusszene

Jahr
1911
Gattung
Material / Technik
Maße
Bildmaß 60 × 50,6 cm
Rahmenmaß 81,2 × 71,2 × 4 cm
Verknüpfte Alben
Details zum Erwerb
Erworben 1971 als Schenkung von Karl Schmidt-Rottluff
Credits
Ernst Ludwig Kirchner, Zirkusszene, 1911, Öl auf Leinwand, Brücke-Museum, Gemeinfreies Werk
Objektreferenz
Rückseite von Kopf mit Pfeife

Ausstellungen (Auswahl)

Literatur (Auswahl)

  • Magdalena M. Moeller (Hg.), Brücke-Museum Berlin, Malerei und Plastik. Kommentiertes Verzeichnis der Bestände, Hirmer Verlag, München 2006.

  • Werner Murrer, Lisa Marei Schmidt und Daniel J. Schreiber (Hg.), UNZERTRENNLICH. Rahmen und Bilder der Brücke-Künstler, Ausst.-Kat. Brücke-Museum Berlin, Koenig Books, London 2020.

Details

Signatur/Bezeichnung
Nicht signiert (Signatur)
auf dem Bildträger: Kopf mit Pfeife (Bezeichnung)
auf dem Keilrahmen um 180° gedreht: E L Kirchner (Bezeichnung)
auf dem Rahmen um 90° gedreht: Kopf mit Pfeife (Bezeichnung)

Inventarnummer
46/71 v

Werkverzeichnisnummer
Gordon 296 v

(Elena Schroll)

Über das Werk

Ernst Ludwig Kirchner, Zirkusszene, 1911

Inszenierungen des sogenannten Orients waren zu Beginn des 20. Jahrhundert eine Attraktion auf den Bühnen von Dresden und Berlin. Der „Orient“ hat keine geografische Entsprechung, vielmehr steht der Begriff für westliches Wunschdenken und Fluchtfantasien aus gesellschaftlichen Zwängen. Aufführungen bedienten schablonenhafte Bilder außereuropäischer Länder und ihrer Bewohner*innen und fanden nicht nur im Zirkus und auf Varietébühnen, sondern auch bei sogenannten Völkerschauen statt.

Auch Ernst Ludwig Kirchner und seine Brücke-Kollegen besuchten diese Inszenierungen mehrfach. Neben Darsteller*innen aus Afrika und Amerika waren dort vor allem indische Artist*innen sehr gefragt. Ihre Tanzaufführungen entsprachen den Erwartungen des deutschen Publikums nach Exotik und Erotik. Da Kirchner Europa nie verließ, war seine Vorstellung von Bildern geprägt, denen er in ebensolchen Auftritten, aber auch in Museen und in der Literatur begegnete. Der Zirkus vollzog zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine starke Wandlung. In aufwendigen Kulissen wurden historische Dramen ebenso gezeigt wie Fantasiespektakel.

Die Brücke-Künstler*innen besuchten wiederholt den Circus Sarrasani und den Circus Schumann. Besonders fasziniert waren sie von exotistisch gestalteten Aufführungen mit Akrobat*innen und Tänzer*innen. In Kirchners Zirkusszene hat die Protagonistin mit Pluderhose und einzelner langer Feder auf dem Kopf eine frappierende Ähnlichkeit mit der Figur auf Pechsteins Radierung Russisches Ballett III. Auch die Säbelträger, welche die Frau umringen, lassen vermuten, dass beide Künstler dieselbe Aufführung gesehen haben. Dann würde es sich nicht um eine Zirkusszene handeln, wie der Titel ausweist, sondern um Scheherazade aus Tausendundeiner Nacht. Diese orientalistische Haremsgeschichte hatte das bekannte Tanzensemble Ballets Russes 1912 im Berliner Theater des Westens gezeigt.

(Sydney) Interview
04:27
(Maria González Leal)
Kommentar: Vermeintlicher Orient und die Zirkusszene
(Noah Sow)
Rassismus
(Elena Schroll)
Über das Werk
(Nadine) Gewaltporno
00:10
(Nadine) Museen
01:08
(Nadine) Gaze
00:24
(Nadine) Sexualisiert werden
00:46
(Nadine) Triggerwarnung
00:30
(Princela) Vordergrund
00:30
(Princela) Alltag
00:38
(Princela) Flehen
00:09
(Princela) Geheimnis
00:18
Assoziationen
00:50
Fragen
00:14
(Nadine) Workshop Reflektion
02:12
Impressum