Aktuelle Ausstellung

Unzertrennlich.
Rahmen und Bilder der
Brücke-Künstler

„Ungerahmte Bilder gebe ich niemals auf Ausstellungen … wenn ich etwas mache, so recht und gut als irgend möglich, sonst lieber nicht“, schrieb Ernst Ludwig Kirchner 1937 und betonte hiermit, wie zentral für ihn der Rahmen für das Bild war. Die Ausstellung Unzertrennlich widmet sich dieser Verbundenheit und untersucht erstmals die besondere Rolle und Bedeutung des Bilderrahmens für die Künstler der Brücke

Denn auch Erich Heckel, Otto Mueller, Emil Nolde, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff entwarfen eigens Rahmen für ihre Gemälde: Sie nutzten besondere Profile, versahen sie mit geschnitzten Ornamenten, fassten sie und gestalteten sie farblich – immer in kompositorischer Einheit mit den Bildwerken. Schmidt-Rottluffs aufwendige Schnitzarbeiten zeigen dabei, wie skulptural er seine Rahmen verstand. Bei Kirchner wiederum verlässt der Pinsel häufig die Leinwand und bemalt das Holz in den Tönen des Bildes, sodass die Grenze zwischen beiden verschwimmt.

Ob in Ausstellungskatalogen, auf Postkarten oder im Internet – die Bilder der Brücke werden seit jeher zumeist ohne ihre Rahmen gezeigt. Doch gerade der Blick über das Bildfeld hinaus ermöglicht einzigartige Einblicke in die Ideen und Ziele der Künstler. Die Ausstellung ergänzt die Beschäftigung der Brücke um die künstlerische Gestaltung des Bilderrahmens, der im Sinne des Gesamtkunstwerks das Bild erweitert. Anhand zahlreicher nationaler und internationaler Leihgaben sowie original gerahmter Gemälde aus dem Bestand des Brücke-Museums öffnet Unzertrennlich den Blick für dieses bisher unbeachtete künstlerische Schaffen.


Die Ausstellung wird kuratiert von Werner Murrer und ist eine Kooperation mit dem Buchheim Museum in Bernried (28. März–5. Juli 2020).

Zur Ausstellung erscheint bei Koenig Books ein umfangreich bebilderter Katalog, 400 Seiten, Museumsausgabe € 49,95. Die Publikation wird gefördert durch die Ernst von Siemens Kunststiftung und die RNK Stiftung.