Aktuelle Ausstellung

Draußen... Unter Kiefern

Anfang des 20. Jahrhunderts verließen Erich Heckel, Ernst Ludwig Kirchner, Max Pechstein und Karl Schmidt-Rottluff die Städte, um in der Natur zu arbeiten. In ihren Gemälden, Zeichnungen und Druckgrafiken feiern sie die Landschaft als das Lebendige, den menschlichen Körper als dynamisches Sein. 100 Jahre später werden diese Bilder, von allen natürlichen Einflüssen geschützt, ausgestellt und verwahrt. Zum Schutz der Kunst achten Museen darauf, dass Temperatur und Luftfeuchtigkeit gleich bleiben. Dieses museale Bewahren der Kunstwerke führt zugleich zu einem großen Ressourcenverbrauch.

Wie kann eine neue Beziehung zwischen Kunst und Natur, Abbild und Realität entstehen? Das Brücke-Museum möchte sich diesem Gedanken öffnen und schafft auf seinem Waldgrundstück einen Lehrpfad, um zu ergründen, was wir künstlerisch in der Natur sehen, lernen oder erfahren können. Wie funktioniert die Schönheit der Lebendigkeit, welchen Wert hat Vergänglichkeit und was passiert in dem Kreislauf der Jahreszeiten?

Für das Projekt wurden sieben Künstler*innen und Kollektive eingeladen, Werke zu entwickeln, die den Blick auf die Natur erweitern, das Zusammenleben aller Lebewesen thematisieren oder Prozesse der Verwesung künstlerisch sichtbar machen. Bei der Herstellung wurde möglichst ressourcenschonend und klimaneutral agiert. Die Werke sind im Gegensatz zum musealen Raum dem Klima und Wetter ausgesetzt. Sie werden von den Bienen betreut und den Füchsen bewacht.

Der Waldpfad wurde in Zusammenarbeit mit den Landschaftsarchitekt*innen des atelier le balto realisiert, deren Arbeit sich durch eine ökologisch nachhaltige und künstlerische Herangehensweise auszeichnet. Sie schaffen ästhetische Orte der Begegnung und des Austauschs in der Natur. Seit 2021 revitalisieren sie das Grundstück des Brücke-Museums mit einer Serie von gärtnerischen Interventionen: im Eingangsbereich, im Innenhof, im Garten und im Wald. Im Juli 2026 wurde der von ihnen geschaffene Waldpfad auf das benachbarte Grundstück des Forstamts erweitert.

Der Waldpfad ist naturbelassen und nicht barrierefrei – bitte beachten Sie, dass das Betreten auf eigene Gefahr erfolgt.


Zeitgleich zeigt das Museum eine Ausstellung, die neben geliebten auch selten gezeigte Werke aus dem Bestand in neuen Konstellationen präsentiert. Ausgangspunkt ist das zentrale Anliegen der Brücke-Künstler, zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine neue Einheit von Mensch und Natur zu suchen, und wie Künstler*innen heute diese Beziehung reflektieren.


Beteiligte Künstler*innen und Kollektive: Guerilla Architects, Mirja Busch, Club Real, El Conde de Torrefiel, Andreas Greiner, Jenny Kendler und Michael Meier & Christoph Franz.

 


 

Gefördert im Programm Zero – Klimaneutrale Kunst- und Kulturprojekte der Kulturstiftung des Bundes. Gefördert von dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien.