Rundgang, Diskussion, Gespräch

Im Dialog - Landschaftsmalerei

Mit Kervin Saint Pere (Künstler und Forscher), Moderation: Tanja-Bianca Schmidt (Kunsthistorikerin, Kunstvermittlerin)

Was ist eigentlich eine Landschaft? Meer, Sonne, See und Urwald als Paradies — solche Motive prägten die Landschaftsmalerei der Expressionisten. Ursprünglich bedeutete Landschaft nicht Aussicht oder Natur, sondern ein geteiltes Gebiet von Menschen mit gemeinsamen Rechten und Bräuchen. Der Blick auf die Landschaft als ästhetischer Bildraum hat seinen Ursprung in der niederländischen Malerei. Die Natur wurde dabei als etwas Distanziertes, Gerahmtes und Bewundertes erfunden. Im Expressionismus wird der Raum gespürt, erlebt und emotional aufgeladen. Das leidenschaftliche Bild lässt sich als Ausdruck der Landschaftsideale verstehen. Ist die expressionistische Landschaftsmalerei eine Rückkehr zum ursprünglichen Sinn von Landschaft oder ihre radikalste Umkehrung? Vielleicht liegt ihr Reiz genau in dieser Spannung.

Kervin Saint Pere Huarcaya ist ein peruanischer Künstler und Forscher indigener Herkunft. Derzeit lebt er in Berlin und arbeitet als künstlerisch-wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig. Der Fokus seiner künstlerischen Praxis und Forschung liegt auf dekolonialen Theorien und Bildpraktiken, wobei er sich insbesondere mit Archivmaterialien, Räumen ethnologischer Museen sowie koloniale Spuren im Stadtraum auseinandersetzt. Aufbauend auf Aby Warburgs Bildwissenschaft, reinterpretiert er Warburgs Konzept des „Nachleben“ durch eine dekoloniale Perspektive.

Tanja-Bianca Schmidt studierte Kunstgeschichte im globalen Kontext. Ihre Schwerpunkte sind Machtkritik, Differenztheorien, Black Identity und Ästhetiken der Migration. Sie ist freiberuflich in der politischen Bildung tätig und berät Museen in Deutschland zu Diversifizierungs- und Dekolonisierungsstrategien. Regelmäßig veranstaltet Sie Workshops zu Methoden einer rassismuskritischen Kunstgeschichte. Aktuell promoviert Sie in dem DFG-geförderten Projekt „Bildproteste in den Sozialen Medien“ an der TU Dresden.

Wir legen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Diskriminierendes Verhalten ist bei unseren Veranstaltungen nicht willkommen.


Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen ist im Museumseintritt enthalten. Es ist keine Voranmeldung nötig. Treffpunkt: Kasse im Foyer

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