Aktuelle Ausstellung

Vivian Suter
Bonzo’s Dream

Mit der Einladung an die argentinisch-schweizerische Malerin Vivian Suter tritt die Sammlung des Brücke-Museums zum ersten Mal in den direkten Dialog mit einer zeitgenössischen künstlerischen Position. 

In der raumgreifenden Installation werden Suters freihängende Leinwände zusammen mit rund 40 Gemälden und kunsthandwerklichen Arbeiten der Brücke-Künstler präsentiert. Bisher selten gezeigte Gemälderückseiten von Ernst Ludwig Kirchner, ein Wandteppich von Erich Heckel, aber auch ein geschnitztes Schachspiel von Karl Schmidt-Rottluff sind zu entdecken. Die Auswahl der ausgestellten Werke aus dem Brücke-Museum hat Suters Mutter, die im Februar verstorbene Künstlerin Elisabeth Wild, getroffen. Auch eine Reihe von Wilds präzise komponierten, kleinformatigen Collagen sind Teil der Präsentation. In der Gegenüberstellung eröffnen sich neue Perspektiven auf Suters Arbeiten und zugleich auf die Sammlungsbestände des Museums.

1949 in Buenos Aires geboren, zog Suter in den 1960er Jahren mit ihren Eltern in die Schweiz, wo sie von 1967 bis 1972 an der Kunstgewerbeschule Basel studierte. Seit 1982 lebt die Künstlerin auf einer ehemaligen Kaffeeplantage am Rande der Kleinstadt Panajachel in Guatemala. Ihr Atelier liegt dort in einem großen Garten, der mit frei wachsenden Palmen, Farnen, Eukalyptus- und Avocadobäumen an einen tropischen Urwald erinnert. Inspiriert von der üppigen Vegetation bemalt Suter ihre großformatigen Leinwände mit Acryl- und Ölfarbe, aber auch mit Regenwasser und Erde. Häufig arbeitet sie im Freien, wobei Blätter und Tiere ihre Spuren auf den Leinwänden hinterlassen. 

Die Ausstellung wird in den Museumsgarten ausgeweitert, wo Werke Suters bis November gezeigt werden. Das Zusammenspiel von Kunst und Natur ist eine der Parallelen im künstlerischen Selbstverständnis von Suter und den Brücke-Protagonisten. 


In den letzten Jahren hatte Vivian Suter zahlreiche Ausstellungen, u.a. im Camden Art Centre, London (2020); Tate Liverpool (2019–2020); The High Line, New York (2019–2020); Institute of Contemporary Art, Boston (2019) und Mudam, Luxemburg (2019). Hierzulande ist es die erste Einzelausstellung der Künstlerin.

Das Brücke-Museum ist Partner der Berlin Art Week (9.–13. September 2020).