Diskussion, Gespräch
Curando: Heilmittel für das Leben
Gespräch
14.00 – 16.30 Uhr
Mit Curando (Initiative / Luz Dary Mabesoy Torres, Anthropologin und Jocelyn Casarrubias, Künstlerin und Sozialwissenschaftlerin)
In diesem Raum nehmen wir uns die Zeit, uns mit dem Wissen zu befassen, das mit Heilpflanzen verbunden ist. Gemeinsam nähern wir uns Geschichten, Genealogien und Wissensformen, die durch Pflanzen und ihre medizinische Verwendung weitergegeben werden. Wir bringen das überlieferte Wissen der Pueblos Originarios und afrodescendenten Gemeinschaften aus Abya Yala (dem amerikanischen Kontinent) mit klassischen und zeitgenössischen naturkundlichen Traditionen in einen Dialog – darunter die Ansätze von Hildegard von Bingen, Robin Wall Kimmerer und dem Kollektiv Pájara Hierba.
Die Gerüche, Geschmäcker und Texturen der Heilpflanzen wecken Erinnerungen und lassen sie in der Gegenwart auf bewusste Weise und in Verbindung mit dem Leben wieder lebendig werden. Über die Sinne öffnen wir einen Raum, um Wissen, Erfahrungen und Erinnerungen rund um die Pflanzen miteinander zu teilen. Zum Abschluss stellen wir das Fanzine „Curando: Heilmittel für Migrant*innen“ vor. Es ist aus einer kollektiven Praxis des lebendigen Wissens entstanden und versammelt Erfahrungen, Erinnerungen und geteiltes Wissen über Heilpflanzen und ihre Möglichkeiten des Sorgetragens.
Wir von Curando: Remedios para la vida („Heilmittel für das Leben“) verstehen uns als eine „Juntanza“ — ein solidarisches Zusammenkommen, bei dem Frauen, Jugendliche und Gemeinschaften Räume mitgestalten, um Wissen miteinander zu verweben. Unser Ziel ist es, uns wieder mit uns selbst und mit der Erde zu verbinden und das Leben in all seiner Vielfalt zu schützen und zu pflegen. Unser Weg wird geleitet von der Wiederentdeckung des Wissens unserer Ahninnen und Ahnen, dem Wissen um die Heilpflanzen, den alltäglichen Ritualen, die unsere Spiritualität nähren und einer Beziehung von tiefem Respekt und Gegenseitigkeit mit Mutter Erde.
Jocelyn Casarrubias ist Sozialwissenschaftlerin und Künstlerin und liebt das Singen. Sie ist Teil des Netzwerks Frauen machen Druck, das sich der gegenseitigen Unterstützung, dem kulturellen Austausch und der Schaffung kreativer Räume widmet, die durch Kunst Verbindung, Empowerment und Heilung fördern.
Luz Dary Mabesoy Torres ist dekoloniale Feministin und Sozialanthropologin. Sie bewahrt das spirituelle Erbe ihrer afro- und indigenen Ahninnen und Ahnen, bringt es in individuelle wie kollektive Heilungsprozesse ein und verfolgt dabei das Ziel, neue, bewusste Lebensparadigmen zu gestalten.
Wir legen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Diskriminierendes Verhalten ist bei unseren Veranstaltungen nicht willkommen.
Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen ist im Museumseintritt enthalten. Es ist keine Voranmeldung nötig