Workshop, Waldraum, Erwachsene
Gegen den Strich: Machtkritische Perspektiven
14.00 – 16.00 Uhr
Mit Karen Michelsen Castañón (Kunstvermittlerin, Künstlerin) und Tanja-Bianca Schmidt (Kunsthistorikerin)
Die Künstler der Brücke haben sich mit ihren expressiven, farbigen und kontrastreichen Gemälden nicht nur gegen das vorherrschende Geschmacksempfinden und der stark begrenzenden Tabus des Bürgertums zu Beginn des 20. Jahrhunderts aufgelehnt, sondern auch dazu beigetragen exotisierende, sexualisierte und normierende Vorstellungen von Natur, Körper, Gesellschaft zu festigen. In diesem Workshop werden wir uns der Kunst der Brücke aus machtkritischer und diskriminierungssensibler Perspektive nähern. Dazu wollen wir zunächst der eigenen Positionierung nachspüren und diese kritisch reflektieren. Anschließend werden wir vor Werken Methoden der kritischen Bildbetrachtung kennenlernen und erproben. Im Rahmen des Workshops werden wir uns mit folgenden Fragen auseinandersetzen: Aus welcher Positionierung heraus spreche ich? Was sehe ich? Welche Vorstellungen von Fremdheit, Nacktheit, Natur, Rollenbildern, Differenz vermittelt das Werk? Welche (verletzende) Wirkung hat das Ausstellen dieses Kunstwerkes auf Dich? Inwieweit lenkt dein Erfahrungswissen deine Wahrnehmung? Inwieweit verändert eine andere Haltung gegenüber dem Werk deine Wahrnehmung?
Der Workshop ist prozessorientiert und wird mit verschiedenen Übungen und Methoden begleitet, die das Erfahrungswissen und die Selbstbeobachtung der Teilnehmenden als eine wichtige Ressource nutzen. Die Übungen finden in Einzelarbeit, in Kleingruppen und in Plenumsphasen statt.
Kein Vorwissen nötig. Im Anschluss findet das Gespräch Unschuldige Dinge? Ein Projekt des Werkbundarchivs – Museum der Dinge statt. Wir legen Wert auf einen respektvollen Umgang miteinander. Diskriminierendes Verhalten ist bei unseren Veranstaltungen nicht willkommen.
Karen Michelsen Castañón (geb. in Lima, Perú) ist bildende Künstlerin, Filmemacherin und freie Rechercheurin. Ihre Arbeiten beschäftigen sich mit der Art und Weise wie (koloniale) Geschichten erzählt werden und umfasst Kurzfilme, Fotos und Textilien. Dabei befragt sie, wie sowohl hegemonische als auch unsichtbar gemachte Geschichten in unserem Alltag re-inszeniert werden und wie dies mit aktuellen gesellschaftlichen Ereignissen in Verbindung steht.
Tanja-Bianca Schmidt studierte Kunstgeschichte im globalen Kontext. Ihre Schwerpunkte sind Machtkritik, Differenztheorien, Black Identity und Ästhetiken der Migration. Sie ist freiberuflich in der politischen Bildung tätig und berät Museen in Deutschland zu Diversifizierungs- und Dekolonisierungsstrategien. Regelmäßig veranstaltet Sie Workshops zu Methoden einer rassismuskritischen Kunstgeschichte. Aktuell promoviert Sie in dem DFG-geförderten Projekt „Bildproteste in den Sozialen Medien“ an der TU Dresden.
Aufgrund begrenzter Teilnehmer*innen-Zahl bitten wir hier um eine Anmeldung. Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen ist im Museumseintritt enthalten. Treffpunkt: Kasse im Foyer.