Rundgang
Neu gesichtet
Expertinnenrundgang
15.00 Uhr
In einem Gespräch in der Ausstellung eröffnen die Künstlerin und Malerin Ximena Ferrer Pizarro mit der Kuratorin Christiane Remm neue Perspektiven auf die Ausstellung.
Die Künstlerin Ximena Ferrer Pizarro (geboren in Lima, Peru) malt aus einer Sammlung autoethnografischer und gemeinschaftlicher Erzählungen einfühlsame und energiegeladene Szenen, in denen ihre Figuren die Betrachter*innen mit einem herausfordernden Blick konfrontieren. Manche weinen, andere genießen das Leben furchtlos, doch vor allem kämpfen sie um die Sichtbarkeit, die ihnen historisch verweigert wurde. Zwischen Autofiktion, kollektiver Erinnerung und der dramatisch-humorvollen Sprache der Telenovelas stellt Ximena einfache, aber tiefgehende Fragen. Ihre Praxis versteht sie als Akt alltäglichen Widerstands. Mit einer schonungslosen Direktheit, die das Persönliche nicht scheut, sucht ihr Werk die Auseinandersetzung mit Klasseninstitutionen und den vom Kolonialismus geprägten Machtverhältnissen – sowie mit den tiefen Wunden, die dieser in Körpern hinterlässt. Ihre Szenen überschreiten den lateinamerikanischen Kontext und greifen universelle Themen auf: Zugehörigkeit, koloniale Traumata und intersektionalen Feminismus. Darin präsentiert sie unvollkommene, oft anthropomorphe Figuren, die ihre eigenen Geschichten erzählen – hart, schräg und lustig.
Christiane Remm ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Sammlungskuratorin der Karl und Emy Schmidt-Rottluff Stiftung im Brücke-Museum.
Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen ist im Museumseintritt enthalten. Es ist keine Voranmeldung nötig.