Workshop, Waldraum

Nomadic Memory - Messy Identities
Ein audiovisueller Collage-Workshop

Mit Tayla Lubinsky & Miriam Schickler (Künstlerinnen)
(Veranstaltungstitel zu dt.:  Nomadische Erinnerung – Vielschichtige Identitäten)

Geschichtsbücher erzählen oft komplexe Geschichten in vereinfachter Form. Doch unser Leben ist vielschichtig und häufig widersprüchlich. Niemand von uns passt eindeutig in Schubladen wie Opfer/Täter*in, einheimischer/fremd oder Kolonisierer/Kolonisierte*r usw. Mit dem Medium der Collage möchten wir diese komplexe Realität auf kreative Weise sichtbar machen. Wir arbeiten mit Bildern aus der Ausstellung sowie mit zusätzlichen Fotografien, Illustrationen und Klängen, die sich auf Irma Sterns Biografie und auf die unterschiedlichen Kontexte beziehen, in denen ihr Werk sowohl in Afrika als auch in Europa entstanden ist. Durch die Kombination dieses Materials wollen wir unerwartete Verbindungen herstellen und verschiedene Zeiten, Orte und Menschen miteinander verschränken. Das Ergebnis wird eine kollaborative audiovisuelle Stop-Motion-Collage sein. 
Der Workshop ist offen für alle Altersgruppen, Kinder unter 14 Jahren sollten jedoch von einer erwachsenen Person begleitet werden. Der Workshop wird überwiegend auf Englisch stattfinden, mit der Möglichkeit einer Übersetzung ins Deutsche. Vorkenntnisse oder besondere Fähigkeiten sind nicht erforderlich.

Talya Lubinsky (sie/ihr) ist eine bildende Künstlerin aus Johannesburg, die in Berlin lebt. Sie arbeitet mit den poetischen und materiellen Eigenschaften elementarer Stoffe als Aggregate, um scheinbar disparate geografische und zeitliche Kontexte miteinander in Dialog zu bringen. Zu ihren Einzelausstellungen gehören „Melting Stone“, KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, Flossenbürg (2022). „Marble Dust“, Künstlerhaus Bethanien, Berlin (2020). Sie ist Stipendiatin des NEUSTART-Stipendiums der Stiftung Kunstfonds für 2022 und 2023.

Miriam Schickler (sie/ihr) arbeitet an der Schnittstelle von Klang, Forschung, Performance und Bildung. Ihre Arbeit konzentriert sich auf die auditive Kultur und die Produktion von Wissen durch Klang und Hören sowie darauf, wie diese Prozesse mit Machtstrukturen verflochten sind. Sie arbeitet als künstlerische Mitarbeiterin an der Kunsthochschule Kassel und ist Doktorandin der Kulturanthropologie am Institut für Film-, Theater-, Medien- und Kulturwissenschaften der Johannes Gutenberg-Universität Mainz.

Diese Veranstaltung ist Teil des pluralistischen Diskursprogramms Nicht Einfach: Das Programm lädt zum Austausch über plurale Perspektiven im gegenwärtigen deutschen Erinnerungsdiskurs und gesellschaftlichen Miteinander ein. Ausgehend vom Werk und Leben der Künstlerin Irma Stern (1894–1966) werden die Verschränkungen von Antisemitismus, Kolonialismus und Rassismus in ihrer Komplexität thematisiert. Das Programm regt dazu an, den Blick auf Sterns ambivalente Erfahrungen zwischen Verfolgung und Exil als jüdische deutsche Frau sowie ihre Privilegien als weiße Südafrikanerin zu erweitern.

Entwickelt von Ahmad Dakhnous, Tahir Della, Anna Yeboah und Yehudit Yinhar, und begleitet von Pegah Byroum-Wand und Daniela Bystron.


Aufgrund begrenzter Teilnehmer*innen-Zahl bitten wir hier um eine Anmeldung. Die Teilnahme an öffentlichen Veranstaltungen ist im Museumseintritt enthalten. Treffpunkt: Kasse im Foyer.

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