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Friedenauer Brücke (1899–heute)

Unter freiem Himmel Großstadtleben

Erich Heckel, Vorstadt (Wannseebahn Berlin Friedenau), 1910, Brücke-Museum, © VG Bild-Kunst, Bonn 2023

In den 1910er-Jahren ist Friedenau noch ein Vorort von Berlin. Turbulentes Großstadtleben sucht man in den ruhigen Straßen vergebens. Trotzdem oder gerade deswegen zieht es damals zahlreiche Künstler*innen und Intellektuelle in die bürgerliche Gegend, so auch die Brücke-Künstler. Die Linie der Wannseebahn bildet dabei eine Art Lebensader, um schnell in die Kunst- und Vergnügungsmetropole Berlin einzutauchen. Alle zehn Minuten fährt ein Zug in Richtung Potsdamer Platz.

Bis kurz vor der Wende zum 20. Jahrhundert verläuft die in den 1870er-Jahren in Betrieb genommene Bahnstrecke entlang der Grenze zwischen Friedenau und Steglitz. Erst der Bau der damals noch Saar-Brücke genannten Überführung 1899 (heute Friedenauer Brücke) bindet die beiden Ortschaften wieder enger aneinander. Nicht nur Kutschen und Automobile nutzen die neue Brücke, auch mehrere Straßenbahnlinien verlaufen über sie.

Blick auf die Friedenauer Brücke in nördlicher Richtung, um 1920, © edition Friedenauer Brücke

Diese Veränderungen des Stadtbilds und die Beschleunigung des Alltags faszinieren sowohl Erich Heckel als auch Ernst Ludwig Kirchner. Noch bevor Heckel nach Berlin zieht, hält er die Friedenauer Brücke im Zuge eines Besuchs bei seinem Brücke-Kollegen Max Pechstein 1910 bildnerisch fest. Als Kirchner 1913 in die Steglitzer Körnerstraße zieht, malt auch er mehrmals die Umgebung samt Gleisanlagen, auf die er aus seinem neuen Wohnatelier einen direkten Blick hat.

Valentina Bay

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