Künstler

Max Pechstein

Title

Vier Akte in Landschaft

On view
Year
1912
Category
Material / Technique
Dimensions
Bildmaß 71 × 80 cm
Rahmenmaß 90 × 100 × 7 cm
Acquisition details
Erworben 2026 von der Erbengemeinschaft Gertrud und Hugo Simon, mit Unterstützung der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG und des Förderverein Brücke-Museum e.V.
Credits
Max Pechstein, Vier Akte in Landschaft, 1912, Öl auf Leinwand, Brücke-Museum, ehemals Sammlung Hugo Simon

Provenienz

Das Gemälde gehörte gehörten einst zur bedeutenden Kunstsammlung des jüdischen Sammlers und Mäzens Hugo Simon (1880 in Usch – 1950 in São Paulo). Als Jude und aufgrund seines linkspolitischen Engagements wurde Simon im nationalsozialistischen Regime doppelt verfolgt. Bereits 1933 emigrierte er mit seiner Frau Gertrud nach Paris, wo er sich eine neue Existenz als Finanzmakler sowie Kulturförderer aufbaute. Einen großen Teil der Kunstsammlung, darunter auch das Gemälde Vier Akte in Landschaft, konnte Simon mit nach Frankreich nehmen. 1938 verlieh er das Pechstein-Werk nach London, in die New Burlington Galleries. Dort wurde es in der Ausstellung Exhibition of Twentieth Century German Art und im selben Jahr in der Ausstellung Art Allemand Libre in Paris präsentiert. Danach verliert sich die Spur zunächst.
1940 gelang es der Familie Simon mithilfe gefälschter Pässe nach Brasilien zu fliehen. Die Kunstsammlung musste zurückbleiben – zum Teil ist ihr Schicksal nach wie vor ungeklärt. Nach der Besetzung Frankreichs im Jahr 1940 beschlagnahmten die Nationalsozialisten zahlreiche Werke aus Hugo Simons Sammlung und ließen sie zurück nach Deutschlandland bringen. Pechsteins Gemälde Vier Akte in Landschaft ist auf den entsprechenden Listen jedoch nicht vermerkt. Viele Etappen der Verlustgeschichte bleiben im Dunkeln - erst 1966 tauchte es in einem Depot des Palais de Tokyo in Paris wieder auf. Bis zu seiner Restitution im Jahr 2021 befand es sich in der Sammlung des Musée National d'Art Moderne / Centre Georges Pompidou. Die Restitution des Gemäldes an die Nachfahren von Hugo Simon erfolgte durch die französische Regierung auf Beschluss der Commission pour l'indemnisation des victimes de spoliations (CIVS). Seit 2022 befand es sich als Dauerleihgabe der Nachfahren Simons im Brücke-Museum. 2026 konnte das Gemälde Dank der großzügigen Unterstützung der HERMANN REEMTSMA STIFTUNG und des Fördervereins des Brücke-Museums erworben werden.

Exhibitions (selection)

Details

Inscription/Signature
Unten rechts: HMP1912 (Signatur)
Nicht bezeichnet (Bezeichnung)

Inventory Number
1/26

Catalog Number
Soika 1912/32