Tiere


Kuratiert von Nora Hogrefe

8 Bilder


Tiere bilden in den Gemälden der Sammlung selten das aktive Zentrum des Geschehens. Erfahren sie in Werken der Künstlergruppe Der Blaue Reiter eine Glorifizierung, so sind Tiere bei den Brücke-Künstlern vor allem Teil der Natur oder des Alltagslebens. Abgebildet werden sie als Nahrungsmittel, als Attribut oder auch als Mittel zum Zweck, wenn sie den Menschen bei der Arbeit unterstützen. 

Die Brücke-Künstler betonen in der gemeinsamen Darstellung von Mensch und Tier die scheinbare Nähe weiblicher Körper zur Natur und ihre oft damit begründete Anmut und Schönheit. Die bis heute teilweise verbreitete Meinung, Frauen seien der Natur und den Tieren verbundener als Männer, wurde vor allem im 19. und Anfang des 20. Jahrhundert genutzt, um Frauen Rationalität und Vernunft abzusprechen, und sie so von politischer Teilhabe auszuschließen. Aus welchen Perspektiven lassen sich die Tierdarstellungen der Brücke-Künstler heute betrachten? Wie können sie unter Vorzeichen von Klima- und Umweltschutz sowie weiterhin vorhandener Ungerechtigkeiten diskutiert werden?