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Aktuelle Ausstellung: Christian RohlfsDie Begegnung mit der Moderne
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| Die Frühjahrsausstellung des Brücke-Museum widmet sich dem schleswig-holsteinischen Künstler Christian Rohlfs (1849-1938), der zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des frühen 20. Jahrhunderts gehört. Sein Werk ist bestimmt durch eine systematische Auseinandersetzung mit Künstlern, die der modernen Kunst entscheidende Impulse gaben, z.B. Claude Monet, Edvard Munch, Vincent van Gogh sowie Emil Nolde und die "Brücke"-Künstler. Die erste Station der künstlerischen Karriere Christian Rohlfs’ war Weimar mit seiner Kunstschule. Die für junge innovative Kunst offene Stadt zog im 19. Jahrhundert aufstrebende Künstler, wie bspw. auch Leopold Graf von Kalckreuth und Max Liebermann an; hier waren - sehr früh in Deutschland – in Ausstellungen Werke französischer Impressionisten zu sehen. Die Bilder der Franzosen bestärkten Rohlfs, die lichten Wirkungen der Farbe betont einzusetzen und in locker gesetzten Pinselstrichen das luftige Flirren der von der Sonne beschienenen Umgebung einzufangen. Mit großem Willen zur Abstraktion reduzierte Rohlfs den illusionistischen Charakter seiner Darstellungen, Farbauftrag und Farbgebung verselbständigen sich, die Wahrnehmung der Bildoberfläche wird gesteigert. Der Umzug nach Hagen in das für ihn eingerichtete Atelier am Folkwang-Museum 1901 bedeutete eine grundlegende Zäsur im Leben und Schaffen von Christian Rohlfs. Im Alter von 52 Jahren startete Rohlfs dort eine zweite künstlerische Karriere. Die Sammlung aktueller Kunst Frankreichs, später auch deutscher Zeitgenossen, war für ihn eine unerschöpfliche Quelle verschiedenartigster Inspirationen aus erster Hand und direkter Anschauung vor dem Original. Die folgenden Jahre waren von der experimentellen Auseinandersetzung mit dem französischen Nach- und Neoimpressionismus und dem jungen deutschen Expressionismus geprägt. Rohlfs begeisterte sich für den Innovationsgehalt und die Qualität der Werke Cézannes; die Kunst Gauguins galt ihm als das Beste „für ein fein empfindendes Auge“; van Gogh empfand er als „genial und wüst“. Farbe und Form, Raum, Linie und Rhythmus wurden in ihren ureigensten Eigenschaften zum Gegenstand der Malerei. Malerei zu reiner Malerei zu erheben, barg Sprengkraft und kam seinem eigenem durch und durch malerischen Bestreben entgegen. Nicht Naturalismus, sondern Stilisierung interessierte ihn, dies aber auf der Grundlage der gesehenen und empfundenen Natur. Rohlfs reiste viel, suchte unablässig Orte auf, die ein besonderes
schöpferisches Potenzial versprachen. U.a. pflegte 1906 in Soest
die Bekanntschaft mit Emil Nolde und besuchte in München, wo er 1910-12
vorübergehend lebte und arbeitete, Ausstellungen des „Blauen
Reiter“. Doch allein das Hagener Folkwang-Museum bot ihm geradezu
umfassende Informationen, nicht nur über die aktuelle französische
Kunst. Er kam hier, nicht zuletzt anlässlich der ersten „Brücke“-Ausstellung
im Folkwang-Museum 1907, auch mit expressionistischer Kunst in Berührung. Christiane Remm Zur Ausstellung erscheint ein Katalog mit 240 Seiten und Farbtafeln aller
Exponate zum Preis von 24,- Euro |
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