Aktuelle Ausstellung:

Die Brücke - Meisterwerke aus dem Brücke Museum
13.10. 2000 bis 25.2. 2001

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Die Gründung der Künstlergruppe Brücke am 7. Juni 1905 in Dresden gehört zu den wichtigsten Ereignissen in der Kunst des 20. Jahrhunderts. Ernst Ludwig Kirchner und Fritz Bleyl, beide Studenten der Architektur, bildeten zunächst die Kerngruppe. Schon bald kamen Erich Heckel und Karl Schmidt, der sich dann nach seinem Geburtsort Schmidt-Rottluff nannte, hinzu. Man zeichnete und malt zusammen, besuchte Kunstausstellungen und studierte die aktuellen Kunstzeitschriften. Anfangs noch Jugendstil und Symbolismus verpflichtet, machte sich die Brücke schon bald unter dem Einfluß der Kunst von Vincent van Gogh und Edvard Munch von jedem Zwang frei und fand zu neuartigen und unorthodoxen Ausdrucksformen. 1906 kamen als weitere Mitglieder Emil Nolde , Max Pechstein und der Schweizer Cuno Amiet hinzu.

1909/10 gelang der Durchbruch zu einem eigenen, spezifischen Brücke-Stil. Mit ihrem Drang zum Elementaren, mit der strahlenden Farbensinnlichkeit , der dynamischen Pinselschrift und der Spontaneität der Gestaltungsweise erreicht die Brücke-Kunst ihren ersten Höhepunkt. Das umfangreiche malerische und zeichnerische Schaffen wurde von einer immensen druckgraphischen Produktion, in der Holzschnitt, Lithographie und Radierung zu neuem Ausdruck gesteigert wurden, begleitet. 1910 stieß schließlich Otto Mueller als letztes bedeutendes Mitglied zur Brücke.

Eine tiefgreifende Veränderung brachte die Übersiedlung in die Großstadt und Kunstmetropole Berlin im Jahr 1911 mit sich. Nun erfährt der Brücke-Expressionismus seine reife Phase. Vor allem die Konfrontation mit avantgardistischen Stilrichtungen änderte das Vokabular. Auch die Berührung mit expressionistischer Dichtung spielte eine Rolle. Spitzwinklige Formelemente, nervöser, spröder Pinselduktus, eine gedämpfte Palette werden zu maßgeblichen Stilkriterien. Neue Themen und Motive fanden Eingang in die Brücke-Kunst: Stadtlandschaften, Varieté, Zirkus, Café, Straßenszenen. Bei den Akten und Figurenbildern verraten die kantigen Gebärden und die archaisierenden Deformationen zudem eine Auseinandersetzung mit außereuropäischer Kunst. Im Mai 1913 löste sich die Brücke aufgrund interner Differenzen auf.

Die Ausstellung zeigt mit über 150 Gemälden, Zeichnungen, Aquarellen und Druckgraphiken einen vollständigen Überblick über die Kunst der Brücke.

Alle Werke gehören zu den herausragenden Meisterwerken der umfangreichen Sammlung des Brücke-Museums, das heute den weltweit größten Bestand an Brücke-Kunst besitzt.