Aktuelle Ausstellung:

August Macke und die Rheinischen Expressionisten
28. September 2002 bis 05. Januar 2003 im Brücke-Museum Berlin

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Im Sommer 1913 organisierte August Macke die heute legendäre "Ausstellung Rheinischer Expressionisten" in Bonn. Es war ihm gelungen, zum ersten Mal die jungen, fortschrittlichen Künstler und Künstlerinnen der rheinischen Moderne zusammenzuführen.

Im Rheinland hatte sich seit etwa 1909 eine eigenständige Variante des Expressionismus herausgebildet. Die stilistische Nähe zu Frankreich ist unübersehbar. Insofern unterscheidet sich der Rheinische Expressionismus wesentlich vom impulsiveren Ausdrucksverlangen der Dresdener "Brücke"; eher lässt sich eine Verwandtschaft zur Kunst des "Blauen Reiter" in München feststellen.

In der vordersten Reihe der rheinischen Expressionisten steht August Macke (1887-1914). Er kann als der französischste aller deutschen Künstler des 20. Jahrhunderts bezeichnet werden. Auf keinen anderen Maler hat das Zeitlos-Klassische und das Elegante der großen französischen Vorbilder so sehr gewirkt wie auf ihn. Gleich den Impressionisten und den Fauves, die er Zeit seines Lebens bewunderte - vor allem Henri Matisse - brachte er in seinen Bildern die ganze Schönheit des Lebens zum Ausdruck, schilderte das Dasein in einer nahezu paradiesischen Heiterkeit und Leichtigkeit. Durch die Berührung mit dem Orphismus Robert Delaunays fand Macke zu strahlend-leuchtenden Farben, die er auf seine
Stilleben, Figurenbilder und Landschaften übertrug. In den wenigen Jahren, die ihm zum Arbeiten blieben, hat Macke ein Werk von unvergleichlicher Dichte und Intensität geschaffen, das künstlerisch in sich geschlossen ist und schließlich in den Aquarellen der Tunisreise seinen Höhepunkt erreicht. Eine scheinbar unbeschwerte Kunst entwickelte sich ganz aus der Emotion, aus dem Erlebnis der Umwelt. Jegliche theoretische Belastung war Macke fremd. Dennoch engagierte sich Macke intensiv auf kulturpolitischer Ebene. Dank seiner offenen, ungezwungenen Art hatte er sich zahlreiche freundschaftliche wie auch künstlerische Kontakte schaffen können. Gemeinsam für und mit seinen Freunden kämpfte er für die Anerkennung der Moderne.

So war er unter anderem beteiligt an der Vorbereitung der "Internationalen Ausstellung des Sonderbunds" 1912 in Köln, die mit 650 Werken und ihren retrospektiven Abteilungen zu u.a. Cézanne, van Gogh, Munch, einen Überblick über die jüngste Kunstentwicklung bot.
1913 nahm Macke zusammen mit Franc Marc entscheidenden Einfluß auf das Konzept des "Ersten Deutschen Herbstsalon" in Berlin. Außerdem war er eng verbunden mit dem "Blauen Reiter" in München, war Mitglied der "Cölner Secession", organisierte Veranstaltungen für den progressiven "Gereonsclub" in Köln wie er auch als Ausstellungsorganisator für das Obernier-Museum in Bonn hervortrat.

Die 15 Künstler und Künstlerinnen, die Macke in der Bonner Ausstellung von 1913 vereinte, vertraten wie er den Aufbruch zur Rheinischen Avantgarde. Teils stärker dem Fauvismus, teils eher den futuristischen Tendenzen verpflichtet, dominiert bei allen ein ausgeprägtes expressiv-expressionistisches Stilempfinden: Heinrich Campendonk (1889-1957), Ernst Moritz Engert (1892-1986), Max Ernst (1891-1976), Otto Feldmann (unbekannt), Franz Seraph Henseler (1883-1918), Franz M. Jansen (1885-1958), Joseph Kölschbach (1892-1947), Helmuth Macke (1891-1936), Carlo Mense (1886-1965), Heinrich Nauen (1880-1940), Clara-Maria Nauen-Malachowski (1880-1943), Olga Oppenheimer (1886-1941), Paul Adolf Seehaus (1891-1919), William Straube (1871-1954) und Hans Thuar (1887-1945).

 

Die Ausstellung des Brücke-Museums zeigt ca. 170 Gemälde, Aquarelle und Zeichnungen. Den Hauptteil der Leihgaben stellt das Kunstmuseum Bonn zur Verfügung, ergänzt durch Werke aus weiteren öffentlichen und privaten Sammlungen.

 

  Es erscheint ein Katalog mit ca. 340 Seiten und 170 ganzseitigen Tafeln der ausgestellten Werke.
Anschließend wird die Ausstellung vom 18. Januar bis 6. April 2003 in der Kunsthalle Tübingen zu sehen sein.