Aktuelle Ausstellung:

Im Zentrum Ernst Ludwig Kirchner – Eine Hamburger Privatsammlung


3. Oktober 2003 – 4. Januar 2004

 

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Die Ausstellung „Im Zentrum Ernst Ludwig Kirchner“ präsentiert eine in den letzten 30 Jahren zusammengetragene Privatsammlung aus Hamburg. Der Schwerpunkt liegt auf der expressionistischen Kunst zwischen 1910 und 1930. Dabei nimmt das Werk von Ernst Ludwig Kirchner eine zentrale Rolle ein.

Kirchner gilt heute nicht nur als der bedeutendste Künstler aus dem Kreis der „Brücke“, sondern ist vor allem der Hauptvertreter des deutschen Expressionismus. Die etwa 70 in der Hamburger Privatsammlung vorhandenen Werke von Kirchner wurden mit großer Kennerschaft und einem Gespür für Qualität zusammengetragen. Die Auswahl vermittelt einen Überblick über die Stilentwicklung des Künstlers. Herausragend ist das 1913 auf der Ostsee-Insel Fehmarn entstandene Gemälde „Erna am Meer“. Höhepunkte finden sich auch im Bereich der Holzschnitte, Radierungen und Lithographien; so etwa „Rapphengst, Reiterin und Clown“ von 1909, „Badeszene unter überhängenden Baumzweigen“ von 1913 oder „Dinertafel – Sanatorium“ von 1916. Insbesondere das zeichnerischen Schaffen Kirchners ist stark vertreten. Leitfaden für die Hamburger Sammlung waren unter anderem die beiden Publikationen des Dresdener Kunstkritikers Will Grohmann über Kirchners Zeichnungen aus den Jahren 1925 und 1926. Der Künstler hat die Bildauswahl nahezu allein bestimmt. Die hier veröffentlichten Zeichnungen galten ihm somit als besonders wichtig für sein Schaffen. Eine Sammlung heute an Kirchners eigener Auswahl zu orientieren ist ein einfaches, aber umso bestechenderes und logisch nachvollziebares Sammelkonzept. Zu den herausragenden zeichnerischen Arbeiten der Hamburger Sammlung zählen ohne Zweifel die elegant anmutenden „Blauen Artisten“ von 1914, aber auch die Tuschzeichnungen „Straßenszene mit Hund“ von 1914, und „Wittenbergplatz in Berlin“ von 1915. Aus dem Schaffen der Zwanziger und Dreißiger Jahre, die Kirchner in der Abgeschiedenheit der Davoser Bergwelt verbrachte, sind ebenfalls ausgewählte Beispiele vertreten.

Von Kirchners „Brücke“-Kollegen werden noch Emil Nolde, Max Pechstein, Otto Mueller und Erich Heckel in der Ausstellung präsentiert; Heckel mit dem bemerkenswerten Gemälde „Hafen von Flensburg“ von 1913, Nolde mit einer geschlossenen Werkgruppe. Das weitere expressionistische Umfeld ist dokumentiert mit Werken von Oskar Kokoschka, Ludwig Meidner, Wilhelm Morgner, Otto Lange, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Karl Hubbuch, Adolf Hoelzel sowie den Bildhauern Wilhelm Lehmbruck, Ernst Barlach und Käthe Kollwitz. Eigene Positionen belegen Arbeiten von Edvard Munch, Max Beckmann, Wassily Kandinsky und Carl Hofer. Insgesamt umfaßt die Hamburger Privatsammlung über 130 Arbeiten, aus denen für das Brücke-Museum eine besondere Auswahl getroffen wurde. Vier erst vor kurzem erworbene Werke, die Lithographie „Loslösung II, 1896 von Edvard Munch sowie drei weitere wichtige Blätter von Kirchner, nämlich der Holzschnitt „Kopf Henry van de Velde, hell, 1917 und die Lithographien „Steptanz tanzender Neger, 1914 und „Der Garten von Staberhof, 1912, werden außerdem in Berlin zu sehen sein.

Für den Ausstellungsbesucher eröffnet sich mit der Hamburger Privatsammlung die Möglichkeit, die unterschiedlichen Ausprägungen expressionistischer Kunst, verschiedene Sehweisen und Ausdrucksformen miteinander vergleichen zu können.

In der Ausstellung präsentierte Künstler:

Ernst Barlach
Max Beckmann
Otto Dix
Conrad Felixmüller
Erich Heckel
Adolf Hoelzel
Carl Hofer
Karl Hubbuch
Wassily Kandinsky
Ernst Ludwig Kirchner
Käthe Kollwitz
Otto Lange
Wilhelm Lehmbruck
Ludwig Meidner
Wilhelm Morgner
Otto Mueller
Edvard Munch
Emil Nolde
Max Pechstein


Zur Ausstellung ist ein Katalog erhältlich, der auf 192 Seiten mit 130 ganzseitigen Abbildungen die Hamburger Sammlung umfassend vorstellt und auch auf die Auswahlkriterien der zusammengetragenen Arbeiten Bezug nimmt.

Preis für Ausstellungsbesucher im Brücke-Museum € 20,--

Ektachrome und S/W-Fotos können über das Brücke-Museum angefordert werden.