Erich Heckel – Sein Werk der 20er Jahre

30. Oktober 2004 – 12. Februar 2005

Zum ersten Mal wird in einer Ausstellung das Schaffen von Erich Heckel in den Goldenen Zwanziger Jahren präsentiert. Viele der vom Brücke-Museum zusammengetragenen Werke sind aus Privatbesitz und daher der Öffentlichkeit sonst nicht zugänglich. Im begleitenden, aufwendig konzipierten Katalog sind viele Gemälde erstmals in Farbe abgedruckt.

Verträumte Akte, die ein Bad im Meer nehmen oder in sich gekehrt die idyllische Schönheit der Landschaft genießen, sind ein immer wiederkehrendes Motiv Heckels in den 20er Jahren. Die harmonische Einheit vom nackten Mensch und unberührter Natur ist die Motivation dieser Gemälde.

Auch die Landschaften atmen eine geradezu romantische Luftigkeit und sind durchflutet von unendlich zart schimmerndem Licht. Die sanften Farben erzeugen eine lyrische Stimmung, eine schwingende Dynamik und wechselnde Perspektivpunkte in einem Bild zeugen von der Modernität der Bildauffassung.

In Heckels Portraits und Bildnissen der 20er Jahre zeigt sich die Auseinandersetzung mit der aktuellen künstlerischen Strömung der Neuen Sachlichkeit am deutlichsten. Mit naturalistischer Farbigkeit und klarer Formensprache ist das Menschenbild nüchtern und allgemeingültig, verweigert sich jedoch der beißenden Schärfe der Zeitgenossen. Hier offenbart sich Heckels ausgleichendes Naturell und sein Streben nach sanfter Harmonie.

Generell ist die Kunst der 20er Jahre in letzter Zeit verstärkt ins Blickfeld der Ausstellungsmacher gerückt – umso dringlicher ist daher auch die Beschäftigung mit der Künstlergeneration, die sich nach der emotionalen, pathosgeladenen Explosion des Expressionismus der objektiven Kunst der Neuen Sachlichkeit zuwandte. Erich Heckel nimmt hierbei eine sehr persönliche, eigenständige Position innerhalb der Kunst der Weimarer Republik ein, die in dieser Ausstellung erstmals eingehend gewürdigt wird.

Die sehr umfangreich angelegte Ausstellung ist exklusiv nur in Berlin zu sehen!