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Jubiläumsjahr "100 Jahre Künstlergruppe Brücke 1905-1913":
Am 7. Juni 2005 jährt sich die Gründung der expressionistischen Künstlergruppe „Brücke“ zum hundertsten Mal. Zum Auftakt der Aktivitäten zum runden Jubiläum zeigt das Brücke-Museum frühe Druckgraphik aus seiner Sammlung. Mit Holzschnitten, Lithographien und Radierungen aus den Jahren 1904 bis 1908 wird die Stilrichtung gezeigt, in der die Künstler zum Zeitpunkt der Gründung ihrer Gruppe arbeiteten. Die frühen Arbeiten sind Ausgangspunkt der jungen Künstler auf ihrer Suche nach dem Unkonventionellen und Neuen. Ernst Ludwig Kirchner, Erich Heckel und Karl Schmidt-Rottluff wollten mit ihrer Kunst ein modernes Lebensgefühl ausdrücken und stilistisch neue Wege beschreiten. Gleichzeitig war ihr erklärtes Ziel, das Gefühl und subjektive Erleben einer Situation zu verbildlichen. Der Blick auf die Graphik der „Brücke“ in den ersten Jahren ihrer Zusammenarbeit ist spannungsvoll, da sie sich besonders eignete, mit verschiedensten innovativen Anregungen zu experimentieren. Insbesondere mit ihrem Holzschnitt erreichte die „Brücke“ dann einem Höhepunkt nicht nur in ihrem eigenen Schaffen, sondern ganz allgemein in der Klassischen Moderne in Deutschland. Anfangs ist die Graphik der „Brücke“ vor allem dem Jugendstil
verpflichtet. Die jungen Künstler hatten die populären Zeitschriften
ihrer Zeit studiert, woraus sie die eleganten Linien und kontrastreichen
Flächen sowie eine schönlinige Ästhetik übernahmen.
Auch die zugespitzte Reduzierung auf die wichtigsten Bildelemente, die
sie in den Karikaturen des „Simplicissimus“ fanden, war wichtig
für ihre weitere Entwicklung, da sie die Ausdruckskraft enorm zu
steigern vermochte. Der Weg zur Blüte des „Brücke“-Holzschnitts und
damit zu einem der wichtigsten deutschen Beiträge zur Kunstgeschichte
der Moderne ist in den gezeigten Blättern abzulesen. Die Graphik
erhielt im Schaffen der „Brücke“ einen gänzlich
neuen Stellenwert, indem sie als künstlerischer Ausdruck gleichberechtigt
neben den anderen Techniken stand. Fast durchgängig sind es eigene
Handabzüge der Künstler. Das Drucken selbst mit der Einfärbung
der Druckplatte und dem Aufdrücken des Papiers waren ein wichtiger
Teil der Kunst. Damit wurden die graphischen Arbeiten der „Brücke“
zu Unikaten, die facettenreich den Entstehungsprozess eines neuen Stils,
nämlich des Expressionismus, erkennen lassen.
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