Die Künstlergruppe „Brücke“


Dokumente der Künstlergruppe Brücke
17. Februar – 10. Juni 2007 im
Brücke-Museum Berlin

 

Die Künstlergruppe „Brücke“ entwickelte während ihres Bestehens aufwendige Werbestrategien: die Gruppe schuf eine Vielzahl an Graphiken, mit denen sie die Öffentlichkeit über ihre Aktivitäten informierte. Diese Graphiken sind unter dem Begriff Dokumente zusammengefasst.

In der aktuellen Ausstellung werden sämtliche Dokumente aus der Sammlung des Brücke-Museums gezeigt. Dank der großzügigen Schenkungen der „Brücke“-Mitglieder Karl Schmidt-Rottluff und Erich Heckel verfügt das Brücke-Museum über die umfassendste Sammlung an Dokumenten der Künstlergruppe. Die stringente und vehemente Selbstdarstellung der Gruppe, deren umfangreiche Öffentlichkeitsarbeit, war in dieser Zeit innovativ. Die Künstlergruppe schuf zunächst Gründungsdokumente, auf denen die Ideen der Künstler-Gemeinschaft ausgerufen wurden, die Künstler gestalteten Signets und Vignetten, die als Briefköpfe oder für Titelseiten Verwendung fanden und in einer „Chronik der Brücke“ sollte ein Rückblick der Gruppe festgehalten werden.
Den größten Bereich der Dokumente bildet jedoch die Geschäfts- und Werbegraphik: die „Brücke“ warb unterstützende Mitglieder an, sogenannte Passivmitglieder, die für einen festgesetzten Jahresbeitrag jährlich eine wechselnde, von verschiedenen Künstlern gestaltete Mitgliedskarte erhielten. Ebenfalls wurde diesen ein Jahresbericht zugeschickt, der einen Rückblick über die Aktivitäten der Gruppe lieferte, sowie ein künstlerisch gestaltetes Mitgliederverzeichnis. Zudem erhielten die Mitglieder einmal im Jahr eine Jahresmappe mit drei bis vier Original-Graphiken. Entsprechend der Selbstdarstellung der Gruppe und der Würdigung ihrer Mitglieder warben die Künstler auch für Ausstellung und Veranstaltungen mit aufwendig gestalteten Einladungskarten, Plakaten und Ausstellungskatalogen. Anhand der Vielzahl der Graphiken kann man die künstlerisch-stilistische Zielsetzung und Entwicklung der „Brücke“ während ihres Bestehens nachvollziehen, die Dokumente geben einen guten Einblick in die künstlerischen Positionen der „Brücke“.

Ausstellungskatalog
Es erscheint innerhalb der wissenschaftlichen Publikationsreihe „Brücke-Archiv“
ein ausführlicher, 200 Seiten starker Katalog mit Abbildungen sämtlicher
Dokumente:
Brücke-Archiv 22/2007, hrsg. von Magdalena M. Moeller, München
2007, mit Beiträgen von Janina Dahlmanns, Merit Marckwort und Christiane
Remm.